Endlich sind sie vorbei, die zahlreichen Testspiele des SC Preußen Münster und am Samstag steht das erste Saisonspiel in Burghausen an. Aber die Preußen wären nicht die Preußen, wenn das alles am Ende ganz geräuschlos abgelaufen wäre.

So legte sich Pavel Dotchev unfreiwillig mit dem nun Champions-League-Trainer Lucien Favre beim Test in Alstätte an und bot ihm statt einer geforderten Drittliga-Elf nur seine vermeintlich aktuell zweite Wahl. Der Gladbacher Taktik-Messias hatte aber wohl mit einem ordentlichen Test gegen eine kurz vor dem Saisonstart bereits eingespielte Startaufstellung gerechnet.

lucien favre borussia moenchengladbach gladbach trainer 300x160 Favre mit Kritik an Preußen beim letzten Testspiel (Video) Preußen Münster Pavel Dotchev Lucien Favre Bundesliga Borussia Mönchengladbach 3. Liga

Lucien Favre, Trainer von Borussia Mönchengladbach, in Alstätte.

Dass die Preußen also einen Tag vorher ihre Drittliga-Startelf bereits gegen Hannover hatten auflaufen lassen, passte nicht in die Vorbereitung des Vorjahresvierten der Bundesliga. Vor allem, da das Spiel gegen die Borussia aus Mönchengladbach lange vor dem Test gegen Hannover 96 vereinbart worden war.
Auf der kurzen Pressekonferenz nach dem Spiel war es also auch nur diese Aussage, die Favre loswerden wollte: „Respektlos. […] Das war kein Drittligst.“ Einige Preußen-Verantwortliche vor Ort reagierten zunächst mit Unverständnis; Dotchev dazu: „Er soll sich um seine Mannschaft kümmern, ich mich um meine.“ Dazu auch folgendes Video:

Aufgegriffen hat dieses Thema auch David Nienhaus in seinem Blog und für DerWesten.de.

Aber ganz sicher konnte man nicht sein, ob das nun am Freitag schon die Startaufstellung war, denn mit Kapitän Kühne spielte am Samstag gegen Gladbach eigentlich ein Spieler für die erste Elf – immerhin ist er Kapitän. Ob dies aber reichen wird für einen Einsatz ist immer mehr fraglich. Zwei folgenschwere Fehler im Spielaufbau dürften keine Bewerbung gewesen sein. Zudem lässt Dotchev ihn nur im defensiven Mittelfeld auflaufen, wo aber mit Truckenbrod bereits die einzige freie Stelle praktisch seit Beginn der Vorbereitung besetzt ist. Bei nullsechs.tv hat der Coach auch schon durchblicken lassen, dass Kühne nicht spielt. Interessant ist, wie er selber mit der Situation umgehen wird, gilt er ja als durchaus ehrgeizig.

Innen in der Viererkette, wo Kühne auch spielen könnte, hat Dotchev aktuell neben Patrick Kirsch anscheinend Fabian Hergesell favorisiert – Heise könnte für ihn dann links aufrücken. Gründe dafür: Neupert ist noch nicht lange im Training, Grupe leistete sich Fehler und Scherder scheint aufgrund seines Alters ein Risiko darzustellen. Mit Kühne wären dann zunächst vier Innenverteidiger auf der Bank, Halet als Rekonvaleszent noch nicht dazugerechnet. Offensiv hat der Trainer allerdings die meisten Entscheidungen gefällt, wie Thomas Rellmann in der MZ zusammengefasst hat.

Man merkt, die Vorfreude auf die Saison ist groß, jeder Fingerzeig wird aktuell analysiert und interpretiert. Für den Trainer und die Fans gleichermaßen wichtig wird nun ein guter Start. Sein. Dotchev betont, gefragt nach den Zielen, stets den Aufbau einer Siegermentalität und um diese zu entwickeln wird sein Team sicher schnell gefordert sein. Vieles ist möglich: Wo werden sie wohl landen in diesem Jahr?

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